Deshalb renovieren wir unseren Camper –
Van-Ausbaufehler
2,5 Jahre nach dem DIY-Ausbau
Im Januar 2022 starteten wir mit dem Ausbau unseres jetzigen Zuhauses auf vier Rädern. Das war unser erstes großes handwerkliches Projekt. Zwar haben wir beide keine zwei linken Hände, trotzdem war das für uns Neuland.
Nun, 2,5 Jahre später, sind uns vereinzelte Ausbaufehler aufgefallen und Dinge, die wir anders gemacht hätten. Zudem gibt es nach so langer Zeit Vollzeit im Van leben auch die ein oder anderen Gebrauchsspuren, die nach 10 intensiv bereisten Ländern und knapp 30.000km natürlich nicht ausbleiben. Und genau deshalb renovieren wir unseren Van.
Was wir alles genau verändern und verbessern, erfährst du in diesem Blog.



Der Rückbau
Aktuell sind wir dabei, den Ausbau teilweise wieder zurückzubauen. Das Einzige, was noch bleibt, sind die Dusche, die Wände, die Decke und das Bett. Immerhin können wir so noch halbwegs gemütlich schlafen und sind dann am nächsten Morgen schon direkt an der “Baustelle”.
Alle anderen Möbel sind bereits rausgeflogen. Es gibt also gerade weder Hängeschränke, Sitzgelegenheiten, Schubladenschränke noch eine Küche.
Das alles wieder zurückzubauen war auch irgendwie traurig, weil an sich ja alles fertig war und auch gut funktioniert hat.
Aber wir wissen auch, dass es uns nach der Renovierung noch besser gefallen wird und sich der Aufwand lohnt.
Dinge, die wir anders gemacht hätten.
Mit der Zeit sind uns Dinge aufgefallen, die wir anders gemacht hätten und dementsprechend jetzt auch anders machen. Das sind letztendlich Dinge, die das Leben im Van einfacher oder komfortabler machen, aber auch die Langlebigkeit deutlich erhöhen. Schließlich wollen wir noch lange was von unserem Carlo haben. Vor allem gehts da um die Holzqualität.
Sind sind unsere zwei relevantesten Änderungen:
1. Holzart- & Qualität
Unsere Möbel bestehen zum Teil aus (schweren) Multiplex-Platten und zum Teil aus (weichem) Pappelholz. Beides hat Vor- und Nachteile. Multiplex ist hart und dadurch stabil, dafür aber schwer. Pappel ist leicht, dafür aber weich und bekommt schnell Macken. Ein anderes Holz ist für den Campausbau also deutlich geeigneter.
Zudem muss das Holz behandelt werden. Wir haben unsere gesamten Holzfronten mehrfach geschliffen und dann mehrfach lackiert. Das kostet unglaublich viel Zeit. Zum einen zum Bearbeiten, zum anderen zum warten. Zeit, die man sich definitv sparen kann.
Auch wenn der der Lack gut hält und an sich pflegeleicht ist, haben sich doch diverse Gebrauchsspruren gebildet. Zum Beispiel löst sich dieser teilweise an Stellen, an denen unser Hund Linus sich gerne anlehnt. Teilweise quillt das Holz trotz der Lackierung sogar leicht auf. Das ist weder optisch schön, noch wirklich langlebig.
Deshalb haben wir uns bei der Renovierung für Leichtbau-Holz entschieden, welches bereits mit einer HPL-Beschichtung beschichtet ist. Es muss nicht lackiert werden, ist resistenter gegen äußere Einflüsse und wiegt deutlich weniger. Unser Holz haben wir bei EpicPly bestellt.
Die Holzplatten sind im Vergleich zu regulären Multiplex-Platten um die Hälfte leichter, bieten aber die gleiche Stabilität. Das ist für den Camperbau, bei dem es natürlich auch auf das Gewicht ankommt, wichtig. Wir haben uns für Platten mit weißem HPL entschieden und werden die Fronten zusätzlich mit Möbelfolie in dem Design unserer Wahl bekleben.
Wenn du auch gerade einen Camper ausbaust oder demnächst vor hast, kannst du gerne mal bei EpicPly vorbeischauen. Mit dem Code “vantastic10” kannst du 10% auf deine Bestellung sparen. Damit ist es kaum teurer als billiges Baumarktholz, dafür aber deutlich hochwertiger.
2. Schubladensicherung
Unsere Schubladen und Klappen sind mit herkömmlichen schwarzen Metallgriffen versehen, die uns optisch am meisten angesprochen haben. Dadurch mussten wir aber unsere Schubladen mit Kugelschnappern statt mit einer wirklichen Schubladensicherung sichern – z.B. Puchlocks.
Irgendwie gab es auf dem Markt keine coolen und schicken Verriegelungen – fanden wir zumindest. Das Problem ist, dass die Kugelschnapper zwar halten, aber langfristig nicht so sicher halten, wie andere Methoden. Zudem wird die innenliegende Feder irgendwann schwächer, egal wie fest man sie schraubt. Dadurch passiert es bei uns ab und zu, dass bei stärkeren Kurven oder Schräglagen, mal eine Schublade aufgeht. Meistens die, die mit schweren Küchenutensilien (Topf, Pfanne etc.) bestückt ist und das Gewicht dann so groß ist, dass sie aufgeht.
Auch das ist einer der Gründe, warum wir nun renovieren. Da wir die Möbel nun eh alle neu bauen, verbauen wir nun auch eine vernünftige Sicherung. Wir haben uns für eine innenliegende Sicherung entschieden, damit wir die Optik beibehalten können. Die Sicherungen werden in den Schubladen montiert und rasten beim Zudrücken fest an einem Haken ein. Um diese zu öffnen, muss ein kleiner Magnet vorgehalten werden. Dann geht der Haken nach unten. Um nicht jedes Mal die Schublade mit einem Magneten zu entriegeln, kann man den Haken auch in der entsperrten Position einrasten. Dann muss man nur vor der Fahrt einmal kontrollieren, ob alles verriegelt oder entriegelt ist.
Für uns und die Strecken, die wir fahren, ist das wirklich super.
Zu der Sicherung
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Unsere Ausbaufehler
Neben Dingen, die wir nun anders machen, gibt es aber auch Ausbaufehler, aus denen wir gelernt haben. Da das unser erster Camperausbau war, gab es ein-, zwei Dinge, die schiefgelaufen sind und deshalb am Ende nicht perfekt geworden sind, oder kaputt gegangen sind. Das sind unsere zwei gravierendsten Fehler:
1. Schiebetür & Verkleidung
Das war wohl unser dümmster Ausbaufehler. Kaum vorstellbar, dass wir so dämlich waren und das vergessen haben.
Während des Ausbaus stand der Van in einer Garage und war nicht angemeldet. Daher gab es auch kaum Gründe, die Schiebetür zuzumachen. Sie war also fast durchgängig geöffnet und wurde damit quasi unsichtbar für uns. Unsere Küchenzeile ragt mitten in die Öffnung der Schiebetür hinein. Nachdem die Küche dann fest verschraubt war, fiel uns ein, dass wir die Schiebetür weder gefilzt noch verkleidet hatten.
Nur kamen wir zu dem Zeitpunkt noch sehr schwer an die Innenverkleidung der Tür. Wir mussten also improvisieren und uns mit allen Mitteln helfen. Am Ende hat es geklappt, war aber sehr aufwändig. Und über die Dauer gesehen auch nicht langfristig. Die andere Alternative wäre gewesen, die gesamte Schiebetür auszuhängen. Da die erstens sehr schwer ist und zweitens auch beim Wiedereinbau oft nicht mehr genau schließt, haben wir das lieber gelassen. Jetzt, nach über 2 Jahren, lösen sich die Holzverkleidungen und auch das Filz, weil wir es einfach nicht richtig anbringen konnten.
Daher wird auch unser gesamtes Filz (was eh sehr gebraucht aussieht) getauscht. Diesmal haben wir uns für hochwertiges, selbstklebendes Filz von Adventure-Truck entschieden. Wenn du auch gerade einen Camper ausbaust oder es demnächst vorhast, schau dort mal vorbei. Mit dem Code “vantastic5” kannst du bei Adventure-Truck 5% auf das gesamte Filz und den Sprühkleber sparen.
Also Fazit des Ganzen: Vergiss nicht deine Schiebetür beim Ausbau!
2. Risse im Fußboden
Der gesamte Boden ist mit Unterkonstruktionslatten versehen. Darauf ist die originale Bodenplatte verschraubt und darauf befindet sich dann der endgültige (sichtbare) Boden. Wir haben uns hier für Click-Vinyl-Platten entschieden. Nach über einem Jahr nach Fertigstellung des Vans riss dann an einer kleinen Stelle der Boden auf. Was ist hier passiert?
Wir haben einfach unterschätzt, wie viel Kraft Wärme und Fahrtvibrationen haben. Eine Schraube, mit der die Bodenplatte in der Unterkonstruktion fixiert war, hat sich durch die Wärme ausgedehnt, dann gelöst und drückt sich nun nach und nach durch die Fahrtvibrationen nach oben durch die Vinyl-Platte durch. Dadurch ist ein kleiner Hügel zu spüren. Diese Beule mussten wir von oben mit einem Skalpell aufschneiden und die Schrauben herausdrehen. Und das ist auch noch an einer weiteren Stelle passiert. Ein Fehler, der nur zu beheben ist, wenn der gesamte Bodenbelag hochgenommen wird und dann mit neuen Platten neu verlegt wird. Daher ist auch der Boden bei uns rausgeflogen.
Neben den Schrauben, mit denen die Bodenplatte in die Unterkonstruktion geschraubt wurde, haben wir auch die originalen Befestigungspunkte der Bodenplatte übernommen. Auch diese M8-Schrauben haben sich mit der Zeit gelöst, wodurch sich die Bodenplatte etwas angehoben hat. Eventuell haben sich dadurch auch die anderen Schrauben gelöst.
TIPP:
Um das zu vermeiden, klebe die Schrauben zusätzlich fest und gehe anschließend mit Spachtelmasse über den versenkten Schraubenkopf. Die Gewindeschrauben haben wir nun zusätzlich mit Locktite gesichert.
Der Wiederaufbau
Als wir alles rausgerissen haben, haben wir die Möbel aber nicht mit dem Vorschlaghammer einfach rausgekloppt, sondern sauber zurückgebaut. Das Layout und der Aufbau unseres Ausbaus gefallen uns nämlich so gut (auch nach über 2 Jahren), dass wir alles wieder genauso aufbauen. Nur in höherer Qualität und mit ein paar winzigen Änderungen in der Handhabung. Dazu aber mehr in unserem Instagram-Highlight „Van-Umbau„. Zusätzlich folgen natürlich auch weitere Blogbeiträge zum Umbau.

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